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3. Drehtag – friday bloody friday

 

Dieser Freitag macht seinem Ruf, ein 13ter zu sein, alle Ehre und ist damit der Auftakt zur Serie – “Freitag ist Pannentag”.

Nach den beiden ersten Drehtagen fühlen wir uns in der Rosa Strippe mit dem großen Team schon wie zu Hause in einer großen Familie. Es ist ein wenig Ruhe eingekehrt, weil sich jeder sicherer in seiner Rolle fühlt und als Privatmensch immer wohler in der Gruppe. Auch meine anfängliche Nervösität hat sich gelegt und ich erfreue mich nun immer neuen und vielseitigeren Aufgaben am Set. Heute muss ich allerdings ohne Martina und Bea, meinen beiden helfenden Freundinnen beim Catering, auskommen. Ich hab mich allerdings schnell an die Mengen gewöhnt , die eingekauft werden müssen, kenne inzwischen in der Umgebung die Supermärkte und Restaurantes um für Kulinarisches von Trockenpflaumen bis Feierabendbierchen zu sorgen. Dabei habe ich Robin und Daniel als wahre Kavaliere zur Seite, die mit mir Getränke und Pizzableche schleppen.

Auf dem Weg zum Einkauf in der Fußgängerzone würden Daniel und ich, nach der Evakuierung in der Rosa Strippe, gerne einen Abstecher ins Einrichtungsgeschäft machen. So ein halbes Stündchen Normalität und Banalität würde uns gefallen. Doch die Kunst und die durstigen Kollegen rufen.

Und heute freue ich mich, dass ich endlich mal was von den Dreharbeiten mitbekomme. Die Selbsthilfegruppe mit Niels´ Besuch ist dran. Wo sind denn die Visitenkarten von Anka (Debby) , die jetzt Natalja (Beate) braucht? Ich hab die Karten extra vorgestern beim Copyshop machen lassen. Und gestern waren sie ja noch im Einsatz. Grrr, so´n Mist. Das gesamte Team sucht in sämtlichen rosa Ecken, findet sie aber nicht. Später stellt sich heraus, dass Debby sie aus Versehen mitgenommen hat, als sie gestern abend schon nach München musste. Also schummeln wir jetzt. Film ist fake.

In der Szene der Selbsthilfegruppe wird es heikel. Niels hält seinen provokanten Vortrag. Immer schön in den Wintermantel eingepackt, bei 30°C Scheinwerferwärme. Und immer dieses Kaugummi, bääh!

Evi muss zum Zug nach Berlin, sie hat schon ihre Zugbindung sausen lassen, weil wir zeitlich hängen. Also fahr ich und muss ein neues Ticket kaufen. Von welchem Geld eingentlich?

Gegen Abend wird’s blutig. Gruppenmitglied Jana (Lilian) erleidet einen Hustenanfall und spuckt dabei Blut, laut Drehbuch. Und so ergreifend Lilian auch hustet , zusammenbricht und uns glauben lässt, dass sie wirklich gleich erstickt, das Kunstblut will nicht so fein spritzen, wie Sascha es gerne hätte. Wir versuchen es mit dem Blut auf einem Plastiklöffel, den Sonja (Maske) flitschen lassen soll, ohne dabei Beates weiße Bluse zu treffen. Die Spritzer sind zu dick. Und noch mal. Es klappt nicht. Ein neuer Versuch: Durch einen Trinkhalm pustet Sonja auf Kommando das rote Zeug über Lilians Schulter Richtung eines Gruppenmitglieds. Danke – nicht getroffen – noch mal bitte – fester – Danke – und noch einmal – nicht so viel bitte – Danke – wir versuchen was anderes.

Im Raum wird es immer wärmer. Ton, Licht, Maske, Continuity, Regie und alle Assistenten müssen ständig ausweichen um nicht über Kabel zu stolpern, Scheinwerfer umzuwerfen oder im Bild zu sein. Aber jeder, auch die Schauspieler, ist auf seine Weise bemüht tatkräftig oder mit Ideen zum Gelingen dieser Szene beizutragen. Kameragenie Addie ist dabei sportlich am Werk und fängt aus allen möglichen Perspektiven die Bilder ein. Die Schauspieler halten alle erstaunlich lange ihre Konzentration. Ich versuche mit Wasser und Sauerstoff zu unterstützen.

Danke, noch einmal. Die Spritzer sind immer noch zu sehr “Horror”, vor allem inzwischen auf der Auslegeware (die wir 3 Wochen später mit diversen Chemikalien noch zu reinigen versuchen sollten). Sascha hätte es gern eine Nummer kleiner. Beate assistiert Sonja, Lilian das Blut auf die Lippen zu tropfen, damit sie es beim Husten in feinen Tröpfchen spucken kann. Und bitte, spriiiiitz! So, jetzt ist die weiße Bluse fällig. Herzlichen Glückwunsch. Ups und die Jeans hat auch was abgekriegt.

Irgendwann in den späten Abendstunden sind die Tröpfchen so fein, dass man sie kaum sieht. Niels hat ein letztes mal die Schnauze voll. Danke, das war´s.

Im Raum sieht es aus wie nach einem Massaker. So viel Blut kann man eigentlich nur mit Feierabendbierchen wegspülen. Aber bitte nur eins. Ich muss noch fahren – die Schauspielkollegen zum Bahnhof oder nach Hause. Dann ist noch einiges mehr zu tun: Equipment abbauen, einsammeln, verstauen, in Autos verladen. Die rosa Räume wieder einrichten wie wir sie vorgefunden haben. Wo standen denn vor drei Tagen noch die ganzen Gegenstände? Catering aufessen, Reste entsorgen oder einpacken, ins Auto verladen. Das ist für das Team noch über eine Stunde räumen und schleppen. Und irgendwann in der Nacht sitze ich dann am Steuer meines überfrachteten Kleinwagens um unseren Kameramann, eingequetscht zwichen Kaffeemaschine und Wasserkocher, im Hotel abzuliefern. In ein paar Stunden muss ich zu Hause mein “Essen auf Rädern” wieder auf appetitliche Frische zu bringen. Dann geht es nach drei Tagen in Bochum zum nächsten Drehort.

 
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