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4.+ 5. Drehtag – Fesselnde Erlebnisse

 

Süße Qualen im Fetisch-X Studio in Dortmund. Hier findet sich heute früh das abgespeckte Team ein und belegt in kürzester Zeit Bar, Lounge, Garderobe und Thronsaal mit Catering und Equipment.

Hier dürfen wir uns 2 Tage und eine Nacht nach (Film-)Lust austoben. Wir haben den ganzen Laden für uns, dank Mitarbeiter Silvio. Der führt erstmal alle Newcomer, Sascha und ich fühlen uns ja bereits vom Locationscouting zu Hause, durch den Club. Beim Gang durch die speziellen Räume mit Geräten und Spielsachen, mit denen man nach Vorlieben, bis der Arzt kommt, spielen kann, sind einige Crewmitgleider animiert, andere irritiert, aber alle fasziniert.

Sascha und ich haben (beide Kopfschmerzen) unser Produktionsbüro in der Lounge ausgebreitet und organisieren umrahmt von Fetischkunst die nächsten Tage. Rückmeldung vom Hotel in Köln fehlt. Telefonieren. Ausstatter Stefan fällt wegen Erkrankung für die kompletten Dreharbeiten aus. E-Mail schreiben und gute Besserung wünschen, sowie selbst die Ausstattung auf die Beine stellen, denn für die Suche nach Ersatz bleibt keine Zeit – uff. Das Geld für die Produktion ist nicht locker. Telefonieren. Die ersten HDMI-Kabel sind im A……Ascheneimer. Ich fahr in die Stadt um neue zu kaufen. Essen muss bestellt werden.

Das Latexkostüm, dass bei einer Kölner Domina bereits vereinbart und anprobiert wurde, muss noch abgeholt werden. Dummerweise hatte Sascha das am vorigen Tag nicht mehr organisieren können und jetzt ist telefonisch niemand erreichbar. Als es endlich gelingt, erwischt Sascha unsere Beate per Handy auf halber Strecke von Köln nach Dortmund. Die Ärmste muss zurückfahren ihr Kostüm holen. Ihre undivenhafte Kooperationsbereitschaft sorgt dafür, dass wir uns auf andere Herausforderungen konzentrieren können. Da die anderen Kölner im Stau stehen kommen dann trotzdem alle fast gleichzeitig im Fetischstudio an.

Während Dajana ein Masken-Meisterwerk an unserer Dominadarstellerin vollbringt und Addie seelig im roten Kussmund-Sessel ein wenig Schlaf nacharbeitet, tummeln sich ein paar Leute im Inkubator, auf dem Thron oder im Käfig zu Spielchen und Fotos. Was so eine Atmosphäre mit Menschen macht… Silvio freut sich über unser Interesse am Ungewöhnlichen und ist gern mal tatkräftig behilflich wenn irgendwo ein Schloß klemmt. Dieser Mann ist an den beiden Drehtagen sowieso mein Held, der mich tatkräftig und immer gut gelaunt, vom Kaffeekochen bis zum Anlegen von Bandage, beim Organisieren unterstützt. Außerdem kennt er sich bestens mit Knoten aus, was uns später noch sehr zu Gute kommen sollte.

Zunächst wird vom technischen Team der Thronsaal für die Interviewszene hergerichtet. Ingo ist kein Kletterakt zu gefährlich um für das richtige Licht zu sorgen. Nikolai probiert sich auf dem Thron als Dominus aus. Markus, unser Tonmann probt “schlafenden Tonmann” für seinen Auftritt im Bild – ja, ernsthaft jetzt.

 

Sascha geht mit Addie und Jacek, der einen Spontaneinsatz als Kameraassistent hinlegt, die Szenenbilder durch. Tina hat ihren besten Tag als Regieassistentin. Jutta kümmert sich vorrangig um Beate, die heute und morgen besonders gefordert ist. An dieser Stelle würde ich jetzt über Szeneninhalte berichten. Das ist mir aber vom Regisseurs unter Androhung, in Ketten gelegt zu werden (siehe Foto Tina), nicht erlaubt. Und ich liebe meine Freiheit zu sehr um sie der Indiskretion zu opfern. Sorry, liebe Leser.

Dafür gibts aber noch ein paar Anekdoten vom Drehtag. Verschiedene Einstellungen funktionieren nicht so wie geplant. Sascha und Addie kommen immer wieder neue Kunstideen. Es reisst auch mal eine Latexanzug, den uns Silvio dann aus Hausbeständen leihweise ersätzt (DANKE, DANKE, DANKE!). Natalie muss zum Zug nach Hagen, da sie noch einen Dreh in Köln hat. Setengel flieg. Tina springt als Double ein. Es stellt sich heraus, dass ein Gegenschuss einer speziellen Szenen in einem anderen Raum besser wirken würde. So kündigt uns Sascha nach einem 14 Stunden-Tag einen zweiten längeren Drehtag im Fetischstudio an. Um die selbe Szene nochmal ganz anders zu drehen. Das ist erstmal hart, aber wie ich bezeugen darf, nachdem ich betreffende Bilder im Film gesehen habe, die richtige Entscheidung.

Um den Kölnern für ein paar Stunden Schlaf den mitternächtlichen Rückweg und die frühmorgendliche Staufahrt zu ersparen, wollen wir die Teammitglieder auf Saschas und meine freien Betten verteilen. Beate muss leider die Fahrt auf sich nehmen, hat in Köln noch wichtiges zu erledigen. Alle anderen sind froh nicht mehr fahren zu müssen. So gibt´s jetzt entspannt ein Feierabendbierchen und dann ab nach Hagen und Schwerte.

Bei Sascha ergeben sich keine besonderen Vorkommnisse bei der Bettenverteilung. Da fällt man einfach hin wo Platz ist und pennt. Bei mir wird´s spannend. Meine Gäste sind Nico und Nikolai. Ich will für die beiden Männer mein Doppelbett räumen, indem ich sonst alleine schlafe. Ich zieh für die Nacht in mein Arbeitszimmer. Mein Mann schläft schon (im eigenen Zimmer) als wir uns ins Haus schleichen. Ab jetzt bitte Flüsterton vorstellen.

“Ihr könnt alles machen, Hauptschache leise. Mein Mann hat einen leichten Schlaf und muss morgens um 6.oo Uhr raus.”
Nikolai bevorzugt aber nun eher alleine zu schlafen. Öh?

“Ok… ja… Nico, pennst Du dann bei mir im Doppelbett?” – “Jop, klar.” – “Fein, aber leise…” kicher. Nikolai ist sofort in meinem Zimmer verschwunden.

Nico und ich machen uns noch ein “Bier – kalt” auf und rauchen (ich auch) auf der sommerlich warmen Terrasse. Wir kichern wie Kinder im Schullandheim, die jeden Moment befürchten müssen, vom Lehrer erwischt zu werden. Endlich im Bett, kriegen wir uns vor Lachen nicht mehr ein, bei der Vorstellung einer der beiden Übernachtungsgäste müsste nachts zum Klo und mein Mann vielleicht auch – der weiß ja nix von seinem Glück! Oder wenn er sich morgens ein Hemd aus dem Schrank holen will und Nico bei mir liegen sieht. Das wär ja wie im Film. Ppruuust. Ich steh noch mal auf und schreib einen Zettel, den ich ans Waschbecken lege: “Achtung Männerbesuch, Notfall!”

 

Wenige Stunden später, ohne peinliche Zwischenfälle, stehen wir am Start zum:

5. Drehtag.

 

Morgens Addie vom Hotel abholen ist schon Routine geworden. Da keine Zeit für einen üppigen Einkauf ist, gönne ich uns heute mal belegte Brötchen vom Bäcker, die mir die Crew vor Begeisterung kreischend aus den Händen reißt.

Nach der Stärkung wird groß umgebaut im besagten anderen Raum, üppig geschminkt und aufwendig umgezogen. Zum Dreh nur so viel: Es wird viel geschwitzt und gespritzt, gegossen und geflossen, konzentriert und vibriert, bewässert und gefächert bis zur endgültigen Erschöpfung. Vor allem Beate und Nico geben alles für eine Wahnsinnsszene, die Addie mit Bravour auf den Chip bannt.

Nikolai wartet derweil ungeduldig auf seinen Einsatz als Regisseur im Film und weiß nicht so recht ob er überhaupt noch dran kommt. Sascha, der Teufelskerl, lässt ihn absichtlich schmoren (schließlich sind wir im Fetischclub), damit er die Verunsicherung für seine Figur nutzen kann. Das Spitzenergebnis spricht für seine Methode.

 

Nach diesen 5 intensiven Tagen mit einem tollen Team bin ich völlig gefesselt von Dreharbeit. Es existiert grad nur noch dieses Filmprojekt für mich. Hab ich ein anderes Leben? Morgen geht´s schon wieder an ein “reizendes Set”. Eigentlich schön, dass wir da erst um 20.00 Uhr sein müssen. Aber was mach ich nur mit dem Rest des Tages?

 

 

Abschließend noch ein paar Schnappschüsse von Simon Taal, der an beiden Tagen fleißig mit dem Apparat unterwegs war und sich durch Engagement von einer textlosen Mini-Nebenrolle zum Setfotografen, Tonmann und größerer Nebenrolle hocharbeitete. Und im Diplom-Kurzfilm von Sascha spielte er dann gleich auch eine Hauptrolle. Da sage noch einer am Set gäbe es keine Aufstiegschancen. Danke, Simon. Für alles.

 

One Response to “4.+ 5. Drehtag – Fesselnde Erlebnisse”

  1. Hey, danke sehr für die nette Erwähnung! Hab ich doch gern gemacht. :) :) :)

     
    • Simon
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